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Geschichte
Perlen der Wikinger
Eine Perle entsteht
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Glasperlen der Wikinger

Mit den Glasperlen der Wikinger fing bei mir die Leidenschaft des Glasperlendrehens überhaupt erst an, daher möchte ich hier kurz auf deren Geschichte näher eingehen.

Die Wikinger besiedelten vom 8.-10. Jahrhundert n.Chr. die Länder des heutigen Skandinaviens, also Norwegen, Schweden und Dänemark. Später dehnten sie ihre Länderein auch auf die Gebiete des heutigen Finnlands, Island, Grönland und später Vinland, dem heutigen Neufundland in Kanada, aus.

Heute kennt man die Wikinger als Räuber und Plünderer, die mit ihren Schiffen übers Meer kamen um Kloster anzuzünden und Sklaven zu nehmen. Dabei vergisst man, dass sie einige große europäische Städte errichtet haben und zu den Ersten zählen, die mehrere große internationale Handelsplätze errichtet haben. Sie waren Bauern und Handwerker, mit einer für ihre Zeit unvergleichlichen Kunst.

Eine der ersten bekannten Wikingerstädte ist Ribe in Dänemark, anno 705 n.Chr. errichtet. Sie war, neben Haithabu in Schleswig, einer der größten Handesplätze der Wikingerzeit. Es ist daher kein Wunder, dass dort die Glasperlenherstellung florierte und man daher viele der kleinen Kunstwerke dort gefunden hat.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Formen und Farben von Perlen. Von kugelrund über Walzen bis hin zu gerillten und mit Gold verzierten Perlen war alles möglich und sehr begehrt. Die Perlen wurden meist von Frauen als Zeichen des Reichtums, zwischen Fibeln an Ketten getragen. Je mehr Ketten und je größer und aufwendiger die Perlen waren, desto reicher war die Familie.

Eine der beliebtesten Perlen der Wikinger waren die sogenannten Mosaikperlen. Sie wurden aus lauter kleinen einzelnen Quadraten in mühevoller Kleinsarbeit hergestellt. Ihre Produktion beherrschen auch heute nur sehr wenige, da sie auch heute noch sehr aufwendig aus vielen Einzelteilen hergestellt werden.

Wirtel für Spindeln wurden ebenfalls zum Teil aus Glas erstellt. In Ribe z.B. wurden einige davon gefunden. Weiters wurden auch Spielfiguren, für das Wikingerspiel Hnefatafl, aus Glas hergestellt. In späteren Zeiten gab es auch schon Geschirr, also Krüge und Becher, aus Glas. Selbstverständlich waren diese Dinge Luxusgegenstände und daher nur für die Adeligen erschwinglich.

Quelle:

Karfunkel Codex Nr. 1, "Wikinger" ISSN: 0944-2677
Angus Konstam, "Die Wikinger - Geschichte, Eroberungen, Kultur" ISBN: 978-3-85492-692-4